„Wenn das Licht sich neigt“
„Wenn das Licht sich neigt“
Ein nordisches Spätsommer-Gedicht
Wenn das Licht sich leise neigt,
und der Wind durch Gräser streicht,
wenn das Gold des Tages flimmert,
und der See im Halbschatten schimmert –
dann spricht der Norden sanft und sacht,
vom Ende eines langen Tags.
Er legt sein Schweigen auf das Feld,
und webt es still in unsere Welt.
Die Blaubeeren reifen schwer,
der Himmel hängt nicht mehr so leer,
die Füße bar, der Atem weich,
der Abend duftet moosreich, reich.
Ein leiser Dank steigt aus dem Grund,
für alles, was in uns gesund,
für jedes Korn, das wir gesät,
für jedes Nein, das uns versteht.
So steh ich still im Übergang,
der Tag wird kurz, das Herz wird lang.
Und über allem flüstert leis
der Norden sein: „Es ist bereits.“
